Abellio-Aus: DB Regio NRW übernimmt S-Bahn Rhein-Ruhr und Ruhr-Sieg-Netz

DB Regio betreibt bereits die S-Bahn-Linien S1 und S4 | Foto: DB AG / Georg Wagner

DÜSSELDORF | Nach dem Aus der insolventen Firma Abellio in Nordrhein-Westfalen übernimmt die Bahn­tochter DB Regio ab Februar den Betrieb in den Netzen S-Bahn Rhein-Ruhr und Ruhr-Sieg.

DB Regio NRW wird ab dem 1. Februar 2022 im Rahmen der Notvergabe für zwei Jahre die Zugleistungen auf den Linien S2, S3, S9, RB 32, RB 40 und RE 49 sowie die Verkehre der Linien RE 16, RB 46 und RB 91 betreiben. Das haben die für den Nahverkehr in NRW zuständigen Verkehrsverbünde entschieden.

„Wir setzen jetzt alle Hebel in Bewegung, um Mitarbeitenden von Abellio möglichst schnell mit einem guten Angebot Sicherheit zu geben“, sagte der Chef von DB Regio NRW, Frederik Ley. Die Bahn stehe ganz klar zu ihrer Verantwortung „als Anker und Stabilisator“ des Regional­verkehrs in NRW. Bereits 2019 war DB Regio NRW bei der Notvergabe für Keolis/Eurobahn eingesprungen und fährt seitdem auch die Linien S1 und S4.


Viel Zeit bleibt dem Bahn­unternehmen nicht, den Betrieb innerhalb der nächsten sechs Wochen auf die Beine zu stellen. Immerhin müssten 500 neue Mitarbeitende eingestellt und geschult, die bisherigen Abellio-Züge umfangreich überprüft sowie der Verkehr auf den zusätzlichen Linien neu geplant und organisiert werden. Bei einem normalen Ausschreibungs­prozess hätte man dafür in der Regel zwei Jahre Zeit, erklärte eine Bahnsprecherin. Der gesamte Einstellungsprozess werde sich nun über die Weihnachtstage und das neue Jahr erstrecken, hieß es.

Neben der Deutschen Bahn gehen einige der bisherigen Abellio-Linien auch an National Express und das Bahn­unternehmen Vias. Über eine langfristige Vergabe der Verkehre ab Dezember 2023 wollen die Aufgaben­träger nach einer europaweiten Neuausschreibung entscheiden. Zuständig sind die Verkehrs­verbünde Westfalen-Lippe (NWL), Nahverkehr Rheinland (NVR) und der Verkehrs­verbund Rhein-Ruhr (VRR).


Quelle: EVN