Baden-Württemberg: Übergriffe auf ÖPNV-Beschäftigte nehmen zu – Klauß fordert Konsequenzen

Zugbegleiter mit Pfeife im Mund | Foto: Imago / brennweiteffm

STUTTGART | Der verkehrs­politische Sprecher der baden-württem­bergischen AfD, Miguel Klauß, hat die Landes­regierung aufgefordert, Maß­nahmen gegen die steigende Zahl an Über­griffen auf Mitarbeitende des Öffent­lichen Personen­verkehrs zu ergreifen.

Für den Zeitraum Januar bis Oktober 2021 sei ein „ansteigender Trend im Vergleich zum Vorjahr“ zu verzeichnen, stellte Klauß fest. Das geht auch aus der Antwort des baden-württem­bergischen Innenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Partei hervor. Das Schreiben liegt unserer Redaktion vor.

Besorgt zeigt sich der AfD-Landtagsabgeordnete nach eigener Aussage vor allem über die steigende Opferzahl bei Lokomotivführern, Busfahrern, Zugbegleitern und anderen mit dem Fahrdienst betrauten Berufsgruppen. Im Jahr 2020 dokumentierte die Polizeiliche Kriminali­täts­statistik (PKS) insgesamt 200 Opfer in Baden-Württemberg. „Für die Monate Januar bis Oktober 2021 zeigt der Pfeil im Vergleich zum Vorjahr bereits nach oben. Das sind indiskutable Zustände, denen die Landesregierung unbedingt begegnen muss“, so Klauß.


Für einen sicheren ÖPNV sowohl für Beschäftigte als auch Fahrgäste sieht der Politiker neben der Landesregierung auch die Eisenbahnverkehrs- und Busunternehmen in der Pflicht. Sowohl Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) als auch Innenminister Thomas Strobl (CDU) müssten der Fürsorgepflicht Rechnung tragen.

Weil ein erheblicher Teil der Straftaten, nämlich 93,5 Prozent, in den Großstädten stattfinde, bestehe hier ein „klarer Handlungsbedarf“, sagte der AfD-Politiker. Es sei nicht verwunderlich, dass es für den ÖPNV schwer sei, Fachkräfte anzuwerben und zu halten, wenn die Fürsorge­pflicht „mehr als laissez-faire gehandhabt“ werde.


Quelle: EVN