Chance für mehr Bahn in Europa – Allianz pro Schiene: Kurzstreckenflüge könnten bald überflüssig werden

Reisende neben einem TGV der französischen Bahngesellschaft SNCF | Foto: Imago / Hans Lucas

BERLIN | Der Branchen­verband Allianz pro Schiene hat den EU-Aktions­plan für den Bahn­sektor als „Chance für den klima­freund­lichen Verkehr in Europa“ begrüßt.

„Weniger Flugreisen, mehr Zugfahrten – mit dieser Zielsetzung setzt die EU-Kommission einen neuen Akzent für mehr Klimaschutz“, sagte Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, am Dienstag. „Wenn den Reisenden mit leistungsfähigen Hochgeschwindigkeitszügen eine attraktive und umweltfreundliche Alternative zur Verfügung steht, könnten Kurzstreckenflüge in Europa schon in wenigen Jahren überflüssig sein. Mit dem Aktionsplan füllt die Kommission das Europäische Jahr der Schiene mit einer zukunftsweisenden Vision.“


In dem Aktionsplan formuliert Brüssel das Ziel, den Hochgeschwindigkeitsverkehr auf der Schiene bis 2030 zu verdoppeln und bis 2050 zu verdreifachen. Auch sollen in diesem Jahrzehnt Reisen bis 500 Kilometer komplett CO2-neutral werden. „Dies ist ein wichtiger Schritt, um noch in diesem Jahrzehnt auf diesen Strecken das Flugzeug durch Züge zu ersetzen“, betonte Flege.

Unter anderem sollen die Mitgliedstaaten durch den Aktionsplan mehr Freiheit erhalten, die Trassenpreise für die Nutzung zu senken. Diese Schienenmaut verteuere den klimafreund­lichen Bahnverkehr, betonte der Branchenverband. Auch stelle die Kommission die Mehrwert­steuer für grenzüberschreitende Fahrten als Sonderlast für die Schiene auf den Prüfstand. Allerdings fehlten nach Ansicht der Schienenallianz in dem Papier konkrete Investitions­zusagen und der Mut zu einer konsequent sektorübergreifenden Verkehrspolitik.


Quelle: EVN