Niedersächsische FDP will weitere Eisenbahnbrücke im Emder Binnenhafen

Luftbild des Emder Hafens | Foto; Seaport Emden

HANNOVER | Der Landtag in Hannover berät über eine weitere Eisen­bahn­brücke im Emder Binnen­hafen. Der Weg dahin dürfte aber noch lang sein.

Der Emder Binnenhafen soll nach dem Willen der FDP-Landtagsfraktion mit einer zweiten Eisenbahnklappbrücke gestärkt werden. „Die Notwendigkeit einer zweiten Brücke zeigt sich schon darin, dass allein eine etwa vierteljährige Sperrung zu einem Verwaisen des Emder Binnenhafens geführt hat“, sagte die schifffahrtspolitische Sprecherin der FDP-Landtags­fraktion, Hillgriet Eilers, auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Auch der Tourismus werde durch die hohe Störanfälligkeit der bestehenden Brücke stark beeinträchtigt.

Laut Beschlussempfehlung des Verkehrsausschusses ist die rund 70 Jahre alte Brücke seit mehr als zehn Jahren stark störanfällig und immer wieder von Ausfällen betroffen. Die Brücke sei sowohl für die Hafenwirtschaft als auch für touristische Verbindungen nach Baltrum, Borkum, Juist und Norderney von besonderer Bedeutung. „Insbesondere sind bei einem Ausfall negative Auswirkungen auf die Erreichbarkeit des Volkswagenwerks und die Auto­mobilverladung und somit rückwirkend auf alle deutschen Volkswagen-Produktions­stätten zu erwarten“, heißt es weiter in der Empfehlung. Ebenso stark betroffen seien die vielen im Hafenbereich angesiedelten Unternehmen.

„Ich freue mich aber, dass CDU und SPD nun endlich den Ernst der Lage erkannt haben und unseren Antrag, wenn auch in geänderter Form, annehmen wollen“, betonte Eilers.

Niedersachsen habe sich in der Vergangenheit immer wieder für eine zweite Brücke einge­setzt, teilte das Wirtschaftsministerium mit. Anfang 2020 sei das Land durch das Bundes­verkehrs­ministerium informiert worden, dass eine zweite Brücke für ein zuverlässiges Schienennetz weiterhin im Fokus sei, auch wenn eine Brücke aus Sicht des Bundes als ausreichend gelte. Die Deutsche Bahn habe nun Planungen für eine Machbarkeitsstudie aufgenommen. Bis Ende 2022 sollen laut Ministerium verschiedene Varianten bewertet werden.


Quelle: EVN / dpa