Nonstop-Verbindung von Berlin nach Hamburg-Altona erfreut Verein

Ein ICE 4 im Bahnhof Hamburg-Altona | Foto: EVN / Jens Rohde

HAMBURG | Der Verein Prellbock Altona, der sich trotz aller Widerstände weiter für das Bestehenbleiben des Kopfbahnhofs Hamburg-Altona einsetzt, freut sich über eine neue durch­gehende ICE-Verbindung ohne weiteren Zwischenhalt.

  Aktualisiert: 18. Dezember 2021, 14.30 Uhr  

ICE 1006 verkehrt seit dem Fahrplanwechsel am vergangenen Sonntag regulär ohne Halt von Berlin Spandau bis nach Hamburg-Altona. Die Hamburger Bahnhöfe Dammtor und Haupt­bahnhof werden laut Fahrplan ausgelassen. Prellbock Altona kommentiert dies scherzhafter Weise mit der Frage, ob das ein „vorgezogenes Weihnachtsgeschenk der Deutschen Bahn“ an den Verein sei.

Dem Sprecher von Prellbock Altona, Michael Jung, wurde die Neuerung kürzlich im Zug bewusst. Die Durchsage „Wir halten diesmal auch im Hauptbahnhof“ machte ihn stutzig. Eine Nachfrage bei der Zugbegleiterin habe dann ergeben, dass der Hamburger Hauptbahnhof „kein regulärer Halt“ für ICE 1006 sei – der außerplanmäßige Stopp müsse daher angesagt werden.


Mit einer Fahrzeit von einer Stunde und 57 Minuten vom Berliner Hauptbahnhof bis nach Altona sei diese Zugverbindung „konkurrenzlos schnell“, hieß es von Seiten des Vereins. Die Deutsche Bahn sollte weitere solcher schnellen Verbindungen zur Aufwertung des Bahnhofs Altona einsetzen, forderten die Verantwortlichen von Prellbock Altona. Auch sollte es stünd­liche Verbindungen nach Berlin und weiter nach München geben, die zudem in Bergedorf halten, hieß es weiter. Damit würde auch der Hauptbahnhof entlastet.

Prellbock Altona kämpft seit Jahren für den Erhalt des alten Kopfbahnhofs. Die Bahn hat allerdings andere Pläne und will am zwei Kilometer nördlich gelegenen S-Bahnhof Diebsteich einen neuen Durchgangsbahnhof bauen – mit weniger Gleisen. Fern- und Regionalzüge sollen dort voraussichtlich ab 2027 halten. Der oberirdische Kopfbahnhof in Altona soll hingegen Platz für Wohnungen und einen Park machen. Der unterirdische S-Bahnhof soll am alten Standort bleiben, außerdem soll ein neuer und leistungsfähigerer Busbahnhof entstehen.


Quelle: EVN