EVG: Bahn-Vorstände müssen bei „wirtschaftlich schwieriger Situation“ auf Boni verzichten

Hauptsitz der Deutschen Bahn AG in Berlin | Foto: DB AG / Volker Emersleben

BERLIN | Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) äußerte die Erwartung, dass die rund 70 Vorstände der Deutschen Bahn und ihrer Tochtergesellschaften für das laufende Jahr auf ihren Bonus verzichten. Außerdem lehnen die Arbeitnehmer­vertreter eine Neuregelung zur Erfolgsbeteiligung für das Management ab.

Die Konzernbilanz für 2021 werde „karg ausfallen“, sagte der stellvertretende EVG-Vorsitzende Martin Burkert. Daher müsse gewährleistet sein, „dass in solch wirtschaftlich schwierigen Situationen Bonuszahlungen für Vorstände ausgeschlossen sind.“ Mit einer neuen Regelung sei dies aber nicht abschließend sichergestellt, betonte der Gewerkschafter.

Boni auszuzahlen, auch wenn das Konzernergebnis sehr schlecht ausfalle, sei schlicht falsch. „Das lehnen wir ab“, machte die EVG deutlich. Man sei zwar nicht generell gegen eine Erfolgs­beteiligung, diese müsse aber „einfach, transparent und vor allem nachvollziehbar geregelt sein.“


Der Umgang mit Boni war am Mittwoch Thema im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn. Dem Vernehmen nach werde künftig wieder mit variablen Vergütungsbestandteilen für die Vorstände geplant. Sofern die Konzernziele erreicht werden, sollen für 2022 wieder Boni fließen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Aufsichtsratskreisen. Angesichts der großen Finanzprobleme infolge der Coronakrise hatte das Management bereits auf einen Teil der Bonuszahlungen verzichtet.


Quelle: EVN