Zugbegleiterin soll Impfpass gefälscht haben

Der Schriftzug „Nordwestbahn“ auf einem abgestellten Triebwagen (Symbolbild) | Foto: Imago / Gottfried Czepluch

OLDENBURG | Die Polizei ermittelt gegen eine Zugbegleiterin der Nordwestbahn, die einen gefälschten Impfpass benutzt haben soll. Vorausgegangen waren anonyme Briefe. Nun droht der Frau ein Strafverfahren. Ihren Job wird sie wohl auch verlieren.

  Aktualisiert: 22. Dezember 2021, 17.41 Uhr  

„Das strafrechtliche Verfahren geht seinen Gang“, sagte ein Sprecher der Bundespolizei am Mittwoch. Ihm zufolge haben umfassende Überprüfungen ergeben, dass die Frau ein gefälschtes Impfzertifikat benutzt habe. Über den Fall hatte zunächst die Nordwest-Zeitung berichtet.

Ins Rollen kam der Fall durch einen anonymen Brief an die Chefin der Zugbegleiterin, wie der Sprecher der Nordwestbahn sagte. Darin wurde die Mitarbeiterin beschuldigt, einen gefälschten Impfausweis zu benutzen. Die Führungskraft informierte daraufhin die Bundes­polizei, die den Pass überprüfte und zunächst keine Fälschung erkannte. „Es war auf den ersten Blick für niemanden zu erkennen, dass dieses Zertifikat gefälscht war“, sagte der Sprecher der Bundespolizei.

Nach der Rückmeldung, dass keine Fälschung festgestellt worden war, hielt die Nordwestbahn den Fall für abgeschlossen. Doch dann sei ein zweites anonymes Schreiben aufgetaucht, dass an die Landesnahverkehrsgesellschaft und die Presse gegangen sei, so der Unternehmens­sprecher. Darin wurde der Vorwurf wiederholt und der Nordwestbahn Untätigkeit vorgeworfen. Kurze Zeit später kam die Information der Bundespolizei, dass der Impfpass gefälscht worden war, wie der Nordwestbahn-Sprecher sagte. Die beschuldigte Zugbegleiterin soll nun fristlos entlassen werden. „Wir behalten uns vor, auch rechtlich gegen die Frau vorzugehen.“

Gefälschte Impfpässe haben oft für Schlagzeilen gesorgt. Mehrfach fanden Ermittler Blanko-Impfausweise oder Pässe mit gefälschten Aufklebern und Stempeln. Jüngst sorgte ein Fall aus einem Pflegeheim in Hildesheim für Aufsehen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft besteht der Verdacht, dass eine Mitarbeiterin mit einem gefälschten Impfpass im Heim arbeitete, während sie Corona hatte. Bei einem Corona-Ausbruch in der Einrichtung starben drei Menschen.

Gefälschte Impfpässe sollten aus Sicht der niedersächsischen Justizministerin schnell aus dem Verkehr gezogen werden. „Die Lage ist viel zu ernst. Wir sind darauf angewiesen, dass dieser Fälschungsirrsinn ein Ende findet“, so Barbara Havliza (CDU).


Quelle: EVN / dpa