NRW fördert autonomes Fahren auf der Schiene – Testbetrieb startet 2022

Triebwagen der Rurtalbahn | Foto: Imago / Manngold

DÜSSELDORF | Nordrhein-Westfalen fördert das autonome Fahren auf der Schiene. Ein Förderbescheid in Höhe von mehr als 1,06 Million Euro wurde am vergangenen Mittwoch im Landkreis Düren über­geben.

Auf dem rund zehn Kilometer langen Streckenabschnitt der Rurtalbahn zwischen Jülich und Linnich soll 2022 ein Testbetrieb für den autonomen Zugverkehr anlaufen. Im Rahmen des Projekts „JuLiA“ wird nun ein Triebwagen der Rurtalbahn für den Versuchs- und Testbetrieb umge­rüstet. Ziel sei es, mit dem sogenannten „BrainTrain“ intelligente Lösungen für den Bahn­betrieb der Zukunft zu erforschen – von teilautomatisiert mit Lokführer bis voll autonom.

Automatische Züge, „ob als Regionalbahn oder im Güterverkehr, bieten dank künstlicher Intelligenz riesige Chancen, pünktlicher, flexibler und sicherer unterwegs zu sein“, sagte NRWs Verkehrsministerin Ina Brandes. Nach Ansicht der Ministerin stelle die Forschung auch „eine Lösung für den bereits vorhandenen Personalmangel dar“. 


Der Testbetrieb soll unter Reallabor-Bedingungen parallel zum bestehenden Schienen­nah­verkehr stattfinden, teilte das Landesverkehrsministerium mit. Nach und nach sei dann ein Übergang zum teilautonomen Regelbetrieb vorgesehen, mit einer optionalen Ausweitung auf den weiteren Streckenzweig in Richtung Düren. Allein in diesem Jahr habe das Land NRW 2,5 Millionen Euro für die Erforschung des autonomen Schienenverkehrs zur Verfügung gestellt.

Basis des Betriebs ist der künftige europäische Standard ATO (Automatic Train Operation), kombiniert mit dem europäischen Zugsicherungs­system ETCS (European Train Control System), erläuterte Michael Lenders, Geschäftsführer des Technologiekonzerns Scheidt & Bachmann.


Quelle: EVN