2022: Verkehrsprojekte im Nah- und Fernverkehr in Hessen

Ab Ende 2022 sollen 27 Triebwagen vom Typ Coradia iLint in Hessen zum Einsatz kommen | Foto: EVN

FRANKFURT AM MAIN | Trotz Pandemie werden auch im neuen Jahr wieder Projekte und Vorhaben aus dem Nah- und Fernverkehr in Hessen von sich reden machen. Ein Blick auf wichtige Vorhaben des Jahres 2022:

Fernbahntunnel: Der Fernbahntunnel ist das mit Abstand größte Bauvorhaben der Deutschen Bahn im Bundesland. Er soll aus dem Osten und Westen auf den Frankfurter Hauptbahnhof zulaufen, wo zusätzliche unterirdische Bahnsteige entstehen. 2022 ist noch kein Spatenstich für das Milliarden-Projekt in Sicht – es ist das Jahr, in dem die Planungsleistungen vergeben werden. Im Frühjahr beginnt nach Angaben der Bahn zudem die Kommunikation mit Bürgern, Verbänden und Politikern zu den Details des Projekts. Auch an anderen Stellen treibt das Unternehmen den Streckenausbau voran, weiter gehen unter anderem die Planungen für die Neubaustrecke Frankfurt–Mannheim.

Handyticket: Per App sollen Bürger in Hessen bald einfacher und günstiger an Tickets für den öffent­lichen Nahverkehr kommen. Der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) hat ein neues Handy­ticket mit dem Namen „Flex 50“ angekündigt, für fünf Euro monatlich sinkt der Preis einer Einzelfahrkarte um die Hälfte. Hinzu kommt die App „Fairtiq“, die die gefahrene Strecke via GPS-Ortung misst und den Bestpreis berechnet. Auch der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) bietet Prepaid-Rabatt-Guthaben über seine App, für die ab dem Frühjahr eine Neuauflage als „RMVgo“ angekündigt ist. Auch On-Demand-Angebote und Leihräder sollen damit buchbar sein.

Digitale Zugsteuerung: Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) stattet im kommenden Jahr die ersten U-Bahnen mit einer digitalen Zugsicherung aus. Anschließend soll es Probefahrten geben, der Fahrer bleibt dabei zur Überwachung an Bord. Die Kosten für das Vorhaben, das einen dichteren Takt ermöglichen soll, liegen bei 200 Millionen Euro und werden zum Teil von Bund und Land gefördert. Die digitale Steuerung soll ab 2025 im Linienbetrieb zum Einsatz kommen und bis 2030 auf den gesamten U-Bahn-Verkehr der Mainmetropole ausgeweitet werden. Später soll auch der Straßenbahnverkehr eingebunden werden.

Wasserstoffzüge: Ab Ende 2022 sollen im Taunusnetz 27 Brennstoffzellenzüge vom Typ iLint des Herstellers Alstom unterwegs sein. Die Fahrzeuge ersetzen auf Strecken ohne Oberleitungen dann Dieselzüge und stoßen im Gegensatz zu diesen keine klimaschädlichen Substanzen wie CO2, Stickoxide oder Feinstaub aus. Die neuen Züge sollen den Wasserstoff aus dem Industriepark Frankfurt-Höchst tanken, der dort als Abfallprodukt anfällt.


Quelle: EVN / dpa