Intercity überfährt aufgelegten Hemmschuh im Gleis – Bundespolizei ermittelt

Unbekannte platzieren Hemmschuh im Gleis | Foto: Bundespolizei

HALTERN AM SEE | Ein Intercity der Deutschen Bahn hat am Montag bei Haltern am See im Landkreis Recklinghausen einen im Gleis liegenden Hemmschuh überfahren. Die Bundespolizei geht davon aus, dass damit ein Unglücksfall herbeigeführt werden sollte.

Als der Lokführer von IC 2202 auf dem Weg von Koblenz in Richtung Bremerhaven den metallischen Gegenstand bemerkte, leitete er eine Schnellbremsung ein. Aufgrund der hohen Geschwindigkeit und des langen Bremsweges kollidierte der Zug noch mit etwa 130 km/h mit dem Hindernis, wie eine Sprecherin der Bundespolizei am Dienstag mitteilte. Zur Entgleisung kam es glücklicherweise nicht, auch verletzt wurde laut Polizeiangaben niemand.

Nach dem Halt begutachtete der Lokführer den Zug auf mögliche Schäden. Den Hemmschuh nahm der Bahnmitarbeiter zunächst an sich und übergab ihn im Hauptbahnhof Münster als Beweismittel an Beamte der Bundespolizei. Der Zug setzte seine Fahrt verspätet fort.

Gegen die bislang unbekannten Täter wurde ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr eingeleitet. Außerdem warnt die Bundespolizei eindringlich vor derartigen Taten. „Die mögliche Tragweite von solchen Handlungen ist den unbekannten Tätergruppen vermutlich nicht vertraut“, sagte die Polizeisprecherin. Im Ernstfall könnte ein Zug entgleisen. Neben einem immensen Sachschaden seien auch Personenschäden und erhebliche Verletzungen nicht auszuschließen.

Mögliche Zeugen der Tat, die am Montag gegen 13.30 Uhr nahe der Bahnstrecke am Bahnhof Haltern am See verdächtige Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich bei der Bundes­polizei unter der Telefonnummer 0800 / 6 888 000 zu melden.


Quelle: EVN