Italien führt 2G-Pflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln ein – Land wird wieder zum Hochrisikogebiet

Bahnreisende an einem Bahnhof in Italien | Foto: Pixabay

ROM / BERLIN | Italiens Regierung verschärft angesichts der schlechten Pandemielage die Corona-Maßnahmen – gleichzeitig wird allerdings die Quarantänepflicht gelockert.

Ab dem 10. Januar gilt unter anderem im öffentlichen Nah- und Fernverkehr eine 2G-Regel. Die Menschen müssen dann für eine Nutzung geimpft oder genesen sein. Dies gilt auch für andere Bereiche wie zum Beispiel Hotels, Kongresszentren, Skilifte und der Besuch von Festen. Damit erweitert die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi die Corona-Regeln. In italienischen Medien war am Donnerstag deshalb von einem „Lockdown für Ungeimpfte“ die Rede. Die Regelungen gelten bis zum Ende des Notstandes am 31. März.

In Italien schossen die Corona-Infektionszahlen in den vergangenen Tagen in die Höhe. Erst am Mittwochabend meldeten die Behörden rund 98.000 Corona-Neuinfektionen und fast 150 Tote mit dem Virus binnen eines Tages. Wegen der vielen Ansteckungen und der daraus folgenden Isolationspflicht befürchteten einige Regionen, dass ihnen das Personal zum Beispiel im Schienenverkehr oder in den Krankenhäusern abhandenkommt.

Die Regierung beschloss in dem Dekret außerdem, die vorsorgliche Quarantäne für Geimpfte und Genesene auszusetzen, die engen Kontakt mit einer nachweislich positiv-getesteten Person hatten. Für Geimpfte gilt das allerdings nur, wenn sie geboostert sind oder die zweite Impfung nicht länger als 120 Tage zurückliegt. Die Menschen müssen nach dem Kontakt in jedem Fall zehn Tage lang eine FFP-2-Maske tragen. Wer Symptome zeige, muss außerdem einen PCR- oder Antigen-Schnelltest nach fünf Tagen machen. Für Ungeimpfte, die Kontakt mit einem Infizierten hatten oder sich angesteckt haben, bleibt die Quarantäne- beziehungsweise Isolationspflicht von zehn Tagen bestehen. Ein sich Freitesten ist jedoch möglich.

Die deutsche Bundesregierung stuft Italien unterdessen ab Samstag als Hochrisikogebiet ein. Das gab das Robert Koch-Institut am Donnerstag bekannt. Wer aus einem Hochrisikogebiet nach Deutschland einreist und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich frühestens fünf Tage nach der Einreise mit einem negativen Test davon befreien.


Quelle: EVN / dpa