Erster Nachtzug von European Sleeper soll im Sommer starten

Schlafwagenabteil in einem Nachtzug | Foto: Regiojet

AMSTERDAM | Ab 2022 will der neue Nachtzugbetreiber European Sleeper seinen Betrieb aufnehmen. Verkehren sollen die Züge von Prag über Dresden und Berlin nach Amsterdam und Brüssel.

In einigen Monaten soll der erste Zug seine Fahrt aufnehmen, ein genaues Datum ist noch nicht bekannt. „Wir planen, zum Beginn des Sommers zu starten“, sagte Elmer van Buuren, Mitbegründer von European Sleeper, kürzlich im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Die neue Nachtzugverbindung solle zunächst dreimal wöchentlich, und wenn der Zug angenommen wird, täglich bedient werden. Eine Verbindung via Berlin nach Warschau soll zum Fahrplanwechsel im Dezember 2022 hinzukommen, so der Niederländer.

Die eingesetzten Zuggarnituren kommen vom tschechischen Bahnunternehmen Regiojet, der auch den Betrieb der Fahrten übernimmt. Werben für das Reisen in der Nacht will European Sleeper mit komfortablen Abteilen. „Nachtzüge sind zurzeit noch ein Nischenmarkt, aber sie sind ein wachsender Markt“, zeigte sich van Buuren überzeugt. Von Politikern würde er sich wünschen, dass diese mehr tun, „als am Bahnhof zu stehen und zu winken, wenn eine neue Verbindung eröffnet wird.“ Sie müssten investieren: unter anderem in mehr Kapazität auf dem Schienennetz.

Als äußerst kompliziert und mühsam bezeichnete der Nachtzuggründer das Fahrplan­prozedere im grenzüberschreitenden Bahnverkehr. Vor allem aber in Deutschland sei die Fahrplanvergabe „eine komplette Blackbox“ – in den Niederlanden wäre hingegen alles „sehr transparent“.

Der Durchschnittspreis für eine Fahrt werde bei 60 Euro liegen, verriet van Buuren dem RND. Teurer seien die Preise für ein Schlafabteil, günstiger werde ein Platz im Sitzwagen.


Quelle: EVN