DB Regio bereitet Betriebs­übernahme nach Abellio-Aus in NRW vor – Erste Mitarbeiter­schulungen

Die Züge der Bahnfirma Abellio NRW werden bald von neuen Betreibern gefahren | Foto: Imago / Gottfried Czepluch

DÜSSELDORF | Vier Wochen vor dem Aus des Bahn­unter­nehmens Abellio in NRW hat die Bahn-Tochter DB-Regio mit Schulungen von Mitarbeitern für die Über­nahme von Abellio-Strecken begonnen.

DB Regio-NRW übernimmt zum 1. Februar im Rahmen von Notvergaben die S-Bahn Rhein-Ruhr und die Ruhr-Sieg-Bahn – insgesamt neun Linien mit rund 200.000 Fahrten pro Jahr. Andere bisherige Abellio-Linien werden von den Bahnunternehmen Vias und National Express weiterbetrieben, die insgesamt rund 1.000 Abellio-Mitarbeiter sollen zu den Nachfolge­unternehmen übergehen.

Der Zeitplan gilt als außerordentlich knapp. Verbraucherschützer wie der Pro-Bahn-NRW-Chef Andreas Schröder hatten im Vorfeld vor Zugausfällen und spürbaren Behinderungen gewarnt.

„Wie sehr es zum Start ruckeln wird, hängt aber auch davon ab, wie kooperativ Abellio ist und wie viele Abellio-Mitarbeiter zu uns wechseln werden“, sagte der DB Regio-NRW-Chef Frederik Ley der Deutschen Presse-Agentur. 540 ehemalige Abellio-Mitarbeiter würden bei DB Regio benötigt. Rund 120 der besonders dringend benötigten Lokführer hätten sich bisher bereits über eine eigens eingerichtete telefonische Hotline gemeldet und ihr Interesse zum Wechsel bekundet.

Abellio, bisher zweitgrößter Anbieter von Schienenpersonennahverkehr in NRW, steckt in einem Schutzschirm­verfahren, einer Form der Insolvenz. Die NRW-Verkehrsverbünde hatten die Verträge mit dem Unternehmen 2021 gekündigt.


Quelle: EVN / dpa