Bahngewerkschaft EVG begrüßt fast 15.000 neue Mitglieder

Logo der Deutschen Bahn auf einem ICE | Foto: EVN

BERLIN | Das Jahr 2021 war aus Sicht der Beschäftigten des DB-Konzerns unter anderem vom Konkurrenz­kampf der beiden Bahn­gewerk­schaften geprägt. Die größere der zwei Arbeit­nehmer­organisationen verzeichnete nach eigenen Angaben einen deutlichen Mitgliederzuwachs – sogar von einem „Rekordjahr“ ist die Rede.

Wie die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) mitteilte, traten im vergangenen Jahr insgesamt 14.757 neue Mitglieder in die Organisation ein. Damit sei auch die Gesamt­mitglieder­zahl gewachsen – ohne jedoch eine konkrete Zahl zu nennen. Wie viele Austritte die EVG im gleichen Zeitraum zu verzeichnen hatte, wurde ebenfalls nicht verraten. Ende 2020 lag die Mitgliederzahl bei etwas mehr als 184.000.

„Die Mitgliederentwicklung ist umso bemerkenswerter, als gerade in unserer Branche erstmals das Tarifeinheitsgesetz angewendet wird“, sagte EVG-Vorstandsmitglied Cosima Ingenschay. „Vor diesem Hintergrund hat es in diesem Jahr an Angriffen auf die EVG nicht gefehlt und wir erleben eine scharfe Konkurrenzsituation zwischen zwei sehr unterschiedlichen gewerkschafts­politischen Ansätzen.“ Alle Versuche, die Belegschaften zu spalten, seien damit gescheitert, führte sie aus. Die EVG und die konkurrierende Lokführergewerkschaft GDL hatten sich teilweise einen heftigen Schlagabtausch geliefert.

Als Stichtag zur Feststellung der Mitgliederverhältnisse in den einzelnen Betrieben hatten Bahn und GDL den 1. Januar 2022 vereinbart. Die EVG hatte hingegen eine Mitgliederzählung bereits im Oktober gefordert und argumentiert, dass diese nach Unterzeichnung des Tarifvertrages fällig wäre. Welche Gewerkschaft in welchem Betrieb mit Beginn des neuen Jahres die Mehr­heit hat, ist aktuell noch nicht bekannt.

Da die GDL ihre Mitgliederzahlen in der Vergangenheit nicht offenlegen wollte, ging die Bahn 2021 von Schätzwerten aus. Demnach hat die Lokführergewerkschaft in 16 Betrieben die Mehrheit, in den übrigen die EVG. In 72 der insgesamt 300 Betriebe des DB-Konzerns herrscht eine Konkurrenzsituation zwischen beiden Organisationen.


Quelle: EVN