Nachfrage im Schienen­personen­verkehr deutlich reduziert

ICE stehen in einem Bahnhof (Archiv) | Foto: Imago / Emmanuele Contini

BONN | Der Bedarf an Reisen im Schienenpersonenverkehr ist nach Angaben der Bundes­netz­agentur durch die Corona-Pandemie auch von Anfang bis Mitte des vergangenen Jahres deutlich reduziert gewesen.

Im 1. Halbjahr 2021 lag die Nachfrage im Schienen­personen­nahverkehr 56 Prozent, im Schienen­personen­fernverkehr 63 Prozent unterhalb des Vor-Corona-Niveaus aus 2019. Das steht im Bericht über die Entwicklung des Eisenbahnmarktes unter den Bedingungen der Covid-19-Pandemie, den die Bundesnetzagentur am Freitag veröffentlicht hat. Die Verbin­dungen im Nah­- und DB Fernverkehr wurden dennoch ohne nennenswerte Einschränkungen weiterbetrieben. Die Verkehre der nicht-bundeseigenen Fernverkehrs­anbieter waren dagegen bis zur Jahres­mitte 2021 erst punktuell oder noch gar nicht wieder aufgenommen worden.

Die Leistungs­kennzahlen des Schienengüterverkehrs lagen im 1. Halbjahr 2021 oberhalb des Vor-Corona-Niveaus aus 2019. Stärker als der Gesamtmarkt gewachsen sind dabei die nicht-bundes­eigenen Güterbahnen. Sie konnten ihren Marktanteil auf 55 Prozent zur Jahresmitte 2021 steigern.

Im Rahmen der nachträglich erhöhten Trassenpreisförderung für den Güter- und Fernverkehr wurden inzwischen für den Zeitraum März 2020 bis Juni 2021 weit mehr als eine Milliarde Euro an die Eisenbahnverkehrsunternehmen zurückgezahlt. Die Güterverkehrsunternehmen berichten jedoch, einen Großteil der Förderung aufgrund des Wettbewerbsdrucks an die Spediteure und Logistiker weitergereicht zu haben. Der ÖPNV-Rettungsschirm glich auch in 2021 den Nahverkehrsunternehmen ihre Verluste für entgangene Fahrgasteinnahmen aus.

Wirtschaftliche pandemiebedingte Schäden verbleiben laut des Berichts hauptsächlich bei den Eisenbahnverkehrsunternehmen des Fernverkehrs. Für das Gesamtjahr 2021 schätzt die Bundesnetzagentur die coronabedingten wirtschaftlichen Verluste nach den staatlichen Ausgleichsmaßnahmen auf bis zu 1,1 Milliarden Euro – im besten Fall auf rund 0,5 Milliarden Euro.


EVN / dts Nachrichtenagentur