Auch Sachsens Dampf­eisen­bahnen leiden unter Corona-Krise – Viele Fahrgäste bleiben weg

Schneereiche Winterlandschaft auf der Fichtelbergbahn | Foto: SDG

ANNABERG-BUCHHOLZ | Mit der Dampf­eisenbahn durch die verschneite Winter­land­schaft: Zu dieser Jahreszeit sind solche Fahrten besonders reizvoll. Doch die Übernach­tungs­touristen bleiben wegen der Corona-Beschrän­kungen derzeit weg. Das hat auch Folgen für Sachsens Schmal­spur­bahnen.

Trotz einer leichten Erholung sind bei Sachsens Dampfeisenbahnen auch 2021 viele Fahrgäste weggeblieben. Etwa 455.000 Menschen hätten die Fichtelbergbahn, die Lößnitz­grundbahn und die Weißeritztalbahn genutzt, sagte Geschäftsführer Roland Richter der Deutschen Presse-Agentur. Das seien mehr als 2020 (442.000), aber weit weniger als vor Ausbruch der Corona-Pandemie mit zuletzt 653.000 im Jahr 2019.

„Das tut weh“, konstatierte Richter. Immerhin würden die coronabedingten Einnahmeverluste über den Rettungsschirm für den Öffentlichen Personennahverkehr ausgeglichen. „Dadurch sind wir mit einem blauen Auge davongekommen.“ Den Mehraufwand, den die Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft derzeit wegen der Pandemie habe, müsse das Unternehmen aber selbst schultern.

Abstriche beim Fahrplan gebe es nicht, damit die Abstandsregeln in den Zügen eingehalten werden können, betonte Richter. Fahrgäste müssen einen 3G-Nachweis (geimpft, genesen oder getestet) mit sich führen und während der Fahrt FFP2-Masken tragen. Dafür bieten sich ihnen eindrucksvolle Aussichten etwa auf die verschneite Winterlandschaft entlang der Fichtelbergbahn von Cranzahl nach Oberwiesenthal.

Genutzt werden die Angebote momentan jedoch vorwiegend von Einheimischen, wie Richter erklärte. Denn das Verbot touristischer Übernachtungen mache sich auch in den Zügen der Schmalspurbahnen bemerkbar. In den Sommermonaten seien die Fahrgastzahlen sehr gut gewesen. „Da hat sich auf unseren Strecken der Trend zum Inlandstourismus bemerkbar gemacht.“ Mit dem neuen Teil-Lockdown zum Ende des Jahres seien die Zahlen aber erheblich eingebrochen. Von den drei Bahnen der Dampfeisenbahngesellschaft treffe dies besonders die Fichtelbergbahn. Auf ihrer Strecke sei der Anteil von Touristen, die in der Region übernachten, in der Regel besonders hoch.


EVN / dpa