Ausstellung zeigt Modelle zum Umbau des Hamburger Hauptbahnhofs

Siegerentwurf zur Erweiterung des Hamburger Hauptbahnhofs | Visualisierung: bof architekten & hutterreimann landschaftsarchitektur

HAMBURG | Der Hamburger Hauptbahnhof ist chronisch überlastet. Wer längere Zeit auf seinen Zug warten muss, kann jetzt im nahen Museum für Kunst und Gewerbe einen Blick in die Zukunft werfen. Architekten haben Modelle entworfen, wie der Verkehrs­knoten neu gestaltet werden könnte.

Eine Ausstellung im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe zeigt ab diesem Dienstag Modelle zur Neugestaltung des Hauptbahnhofs. Der Fokus liege auf dem Siegerentwurf von bof Architekten aus Hamburg und hutterreimann Landschaftsarchitekten aus Berlin, teilte die Stadtentwicklungsbehörde mit. Dieses Modell mit einer offenen gläsernen Halle vor der Südseite des Bahnhofs war bereits Anfang Dezember von der Stadt und der Deutschen Bahn präsentiert worden.

Mit ihrem Entwurf hatten sich die Gewinner gegen sechs weitere Bewerber in der Endrunde durchgesetzt. Besucher der Ausstellung können sich alle 30 eingereichten Arbeiten ansehen. Sie sind auf 3D-Bildern dargestellt, wie eine Sprecherin der Stadtentwicklungsbehörde sagte.


Mit täglich rund 550.000 Reisenden ist der Hauptbahnhof überlastet. Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) geht davon aus, dass sich durch den Deutschlandtakt, die S4 und die U5 die Zahl in den nächsten 20 Jahren auf 750.000 Menschen erhöhen wird. Der Siegerentwurf sieht eine Erweiterung der Tonnendachkonstruktion an der Ostseite sowie die Aufwertung der umliegenden Plätze und eine stärkere Einbindung des Bahnhofs in die umliegenden Stadträume vor.

Die neue Halle im Bereich des Steintordamms soll die Gleise überspannen, eine neue Passage von der Innenstadt nach St. Georg eröffnen und zugleich aufgrund ihrer gläsernen Konstruk­tion den Blick auf die Südfassade des historischen Bahnhofsgebäudes erhalten. Von dort aus sollen Reisende auch direkt zu den Gleisen gelangen können.

Der Entwurf halte auch die Option offen, eine weitere unterirdische S-Bahn-Verbindung nach Altona zu bauen, sagte ein Sprecher der Realisierungsgesellschaft. Ob das Modell umgesetzt wird, muss allerdings noch in einem Vergabeverfahren entschieden werden. „Es ist noch nicht klar, wann und wie der Bahnhof erweitert wird“, sagte der Sprecher. Die Entwürfe zur Neu­gestaltung des Verkehrsknotens sind bis zum 23. Januar in dem Museum neben dem Haupt­bahnhof zu sehen.


EVN / dpa