Deutsche Bahn und Vulkan-Eifel-Bahn lassen Flut gestrandete Züge abschleppen

Im Juli 2021 waren mehrere Züge in Gerolstein wegen der Flutkatastrophe zurückgeblieben (Archiv) | Foto: DB AG

DÜSSELDORF | Noch immer befinden sich rund um Gerolstein mehrere gestrandete Fahrzeuge, die seit der Flutkatastrophe im Sommer 2021 nicht geborgen werden konnten. Mit einer Abschleppaktion sollen die Züge nun überführt werden.

Wie die Deutsche Bahn am Dienstag mitteilte, sollen die Überführungsfahrten in wenigen Tagen anlaufen. So startet die Vulkan-Eifel-Bahn ab Freitag mit den ersten Schleppfahrten ihrer Wagen. Etwa eine Woche später sollen auch die Regio-Fahrzeuge der Deutschen Bahn aus dem Bahnhof Gerolstein abtransportiert werden. Beauftragt wurde dafür nach Angaben eines Bahnsprechers die Firma RailAdventure. Bis Ende Januar sollen die Überführungsfahrten abgeschlossen sein.

Die dort bislang gestrandeten Schienenfahrzeuge mussten im Juli vergangenen Jahres aufgrund der Wassermassen zurückgelassen werden. Ein Abtransport war auf der zerstörten Infrastruktur nicht möglich. Auch heute noch weist die Eifelstrecke laut dem Bahnsprecher in Teilen schwere Flutschäden auf. Um die Fahrzeuge dennoch auf der Schiene abtransportieren zu können, wurden nach DB-Angaben Evakuierungsfahrten über die stillgelegte Eifelquerbahn in Abstimmung mit dem Eisenbahn-Bundesamt vereinbart. Dafür seien bereits die Vegetation an der Strecke zurückgeschnitten und die Gleise sowie die Brücke über die Kyll eingehend auf ihre Tragfähigkeit geprüft worden. „Im Ergebnis kann die Eifelquerbahn mit sehr reduzierter Geschwindigkeit einmalig zum Abschleppen der Wagen genutzt werden“, teilte die Bahn weiter mit.

Laut dem Bahnsprecher schleppt die Vulkan-Eifel-Bahn mit zwei Triebfahrzeugen fünf Reisezug­wagen und ein Instandhaltungsfahrzeug von Gerolstein zu verschiedenen Standorten ab. Die DB überführt mithilfe zweier Triebfahrzeuge der Firma RailAdventure vier Dieseltriebwagen der Baureihe 620 (Lint) in die Werkstatt. Die beschädigten Fahrzeuge sollen anschließend wieder instandgesetzt werden.

Zur Zukunft der Eifelquerbahn hat der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord angekündigt, eine Machbarkeitsstudie zu beauftragen. Darin werden die Möglichkeiten zur Reaktivierung der Strecke und zur Bestellung von vertaktetem Nahverkehr untersucht.


EVN