Verkehrsclub VCÖ: Gewerbeparks und Industriegebiete sollten standardmäßig Gleisanschlüsse haben

Die Anzahl der Gleisanschlüsse ist seit 2010 deutlich gesunken | Foto: VCÖ / Andreas Juhasz

WIEN | Laut einer Forderung des österreichischen Verkehrs­clubs VCÖ sollten Gleisanschlüsse künftig zur Standard­ausstattung von Gewerbe­parks und Industrie­gebieten gehören.

Hintergrund ist, dass die Anzahl der aktiven Anschlussbahnen in Österreich seit dem Jahr 2010 um ein Drittel zurückgegangen ist, wie eine Analyse des Verkehrsclubs zeigt. Im gleichen Zeitraum bis 2020 sank zudem der Anteil des Schienengüterverkehrs von 33 auf 28 Prozent.

„Die Klimaziele sind nur erreichbar, wenn die Belastungen durch den Lkw-Verkehr reduziert werden und der Anteil der Schiene am Gütertransport steigt“, sagte VCÖ-Experte Michael Schwendinger. „Der Anteil des Schienengüterverkehrs hängt eng mit der Entwicklung von Anschlussbahnen zusammen. Denn zwei Drittel der Transportmenge kommen über betriebliche Gleisanschlüsse auf Schiene.“

Die Entwicklung bei den Anschluss­bahnen sei nach Angaben des VCÖ „besorgniserregend“. Denn von österreichweit über 1.000 Anschlussbahnen seien aktuell nur 547, also nur etwa die Hälfte, in Betrieb. Im Jahr 2010 seien es noch 840 aktive Anschlussbahnen gewesen. Deshalb brauche es jetzt „eine Trendumkehr“. „Statt Anschlussbahnen einzustellen, müssen sie wieder zur Standard­ausstattung von Gewerbeparks und Industrie­gebieten werden“, machte Schwendinger deutlich. Auch wenn in Österreich die Anschluss­bahndichte doppelt so hoch sei wie in Deutschland, im Vergleich zur Schweiz gebe es „noch viel aufzuholen“, so der VCÖ-Experte. Die Schweiz verfügt mit 46 Anschlussbahnen je 100 Kilometer über doppelt so viele Gleisanschlüsse wie Österreich. Dort sind es laut dem Verkehrsclub nämlich nur 20 Anschlussbahnen je 100 Kilometer.


EVN