Gutachten zur Wiederbelebung von stillgelegten Bahnstrecken in Brandenburg

Ein stillgelegtes Gleis mit Prellbock | Foto: Pixabay

POTSDAM | Stillgelegte Bahnstrecken sollen im Flächenland Brandenburg eine zweite Chance bekommen.

  Aktualisiert: 13. Januar 2022, 18.37 Uhr  

Dazu hat das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung (MIL) ein Gutachten erstellen lassen, das Aufschluss darüber gibt, welche Bahnstrecken und -halte Potenzial zur Reakti­vierung haben könnten. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen in den neuen Landes­nah­verkehrsplan für die Jahre 2023 bis 2027 einfließen, wie das Ministerium weiter mitteilte.

Auf Grundlage des Gutachtens wurde laut Ministerium eine Erstbewertung von 32 potentiell zu aktivierenden brandenburgischen Eisenbahnstrecken und vier Verbindungskurven vorgenommen. Diese Strecken und 35 Bahnhalte wurden vorher bei den Landkreisen und kreisfreien Städten abgefragt. Anhand der Kriterien „Verkehrspotenzial im Einzugsbereich“, „Infrastrukturzustand“ und „Netzwirkung“ sollen Strecken zunächst über Machbarkeitsstudien auf eine Aktivierungsmöglichkeit hin untersucht werden.

Unter den zu untersuchenden Strecken sind den Angaben zufolge kurze wie etwa Rathenow – Rathenow Nord, Fredersdorf – Rüdersdorf im Berliner Umland, aber auch längere wie Werneuchen – Wriezen. Auch die Verbindungen Müncheberg – Müncheberg-Stadt, Hoppegarten – Altlandsberg und Wustermark – Ketzin sind dabei. Die Lausitz ist mit den Strecken Falkenberg – Herzberg-Stadt und Luckau-Uckro – Lübben vertreten, die auf ihre Reaktivierung untersucht werden.

Das Ziel sei, eine GVFG-Bundesförderung für Nahverkehrsprojekte auf der Schiene zu beantragen, hieß es vom Infrastrukturministerium. Der Schienenpersonennahverkehr (SPNV) habe eine besondere Bedeutung, da er alle Regionen miteinander verknüpfen und damit schnelle Verbindungen im ganzen Land ermöglichen soll, erklärte Verkehrsminister Guido Beermann (CDU). Ein Baustein für die Weiterentwicklung des SPNV sei die Reaktivierung von ehemaligen Bahnstrecken, die Potenzialanalyse unterstütze das.

Der Bauindustrieverband Ost (BIVO) begrüßte die Pläne für eine Reaktivierung stillgelegter Strecken. „Der Ausbau der Schieneninfrastruktur im Flächenland Brandenburg ist dringend geboten und vor dem Hintergrund des Erreichens der Klimaschutzziele des Landes unabdingbar“, erklärte Hauptgeschäftsführer Robert Momberg. Der notwendige Schienen­ausbau dürfe allerdings nicht zu Lasten anderer, ebenfalls elementarer Verkehrsträger geschehen.


EVN / dpa