15.000 Volt – Graffiti-Kunstwerk warnt vor Lebensgefahr


Unter der Hochbrücke in Aalen ist ein neues Graffiti-Kunstwerk entstanden. Auf einer eigens dafür aufgestellten Plakatwand haben Aalener Jugendliche unter der Regie der Mobilen Jugendarbeit der Stadt und mit Unterstützung des Stuttgarter Profi-Sprayers Christoph Keck einen echten Blickfang geschaffen.

Aalen (pso) – Mittels künstlerischer Ausdruckskraft soll vor den Gefahren möglicher Bahnstromunfälle gewarnt werden. Da insbesondere die Jugendlichen der benachbarten Skateranlage angesprochen werden sollen, hat die Stadt mit dem Graffiti-Motiv ein jugendliches Format für einen Warnhinweis in Auftrag gegeben.

Anlass der besonderen Präventionsmaßnahme war der tragische Unglücksfall vor gut einem Jahr an dieser Stelle. Eine Jugendliche hatte sich verbotenerweise auf die Gleisanlagen begeben und war auf einen abgestellten Güterzug geklettert. Dabei verstarb sie durch einen Stromschlag von der Oberleitung. Daraufhin hatte die Stadt in Kooperation mit der Deutschen Bahn und der Bundespolizei im Rahmen mehrerer Besprechungen und Vororttermine diverse präventive Maßnahmen beschlossen, die inzwischen auch umgesetzt wurden.

Neben baulichen Veränderungen, um den Zugang zum Bahnkörper zu unterbinden, wurden unter anderem von Seiten der DB Netz AG und der Bundespolizei Warn- und Verbotshinweise entlang der Zaunelemente des Bahnkörpers angebracht.

Unmittelbar daneben warnt nun auch das Graffiti-Kunstwerk vor der Gefahr eines tödlichen Stromschlags ausgehend von den Oberleitungen. „Der tragische Unglücksfall im letzten Jahr, bei der eine 16-Jährige zu Tode kam, hat uns alle sehr betroffen gemacht. Wir haben deshalb intensiv überlegt, was wir dazu beitragen können, dass sich so ein Vorfall nicht wiederholt“, berichtet Bürgermeister Karl-Heinz Ehrmann bei der Vorstellung des Graffiti-Warnhinweises. Es sei ganz schnell klar gewesen, dass man zusätzlich zu baulichen Sicherheitsmaßnahmen eine besondere, jugendgerechte Vermittlung des Gefährdungs­potentials habe finden müssen. „Das Graffiti wurde von Jugendlichen für Jugendliche erarbeitet. Damit erhoffen wir uns einen zusätzlichen starken Effekt, der gemeinsam mit den anderen Maßnahmen dafür sorgt, dass so etwas nicht mehr passiert“, betont Ehrmann. Im nächsten Schuljahr sollen zudem die Präventionsteams der Bundespolizei und der Deutschen Bahn an einigen Schulen in Aalen und Umgebung über die Gefahren im Bahnverkehr aufklären.

Kunstwerk ist an einem Tag entstanden

Nur einen Tag lang benötigten die Jugendlichen, um das Motiv zu entwerfen, auszuarbeiten und aufzusprühen. Gemeinsam mit dem Stuttgarter Profi Chris Keck arbeitete die Gruppe mit drei Jugendlichen im Alter von fünfzehn bis sechzehn Jahren am 22. Mai von 10 bis 17.30 Uhr, dann war das Kunstwerk vollendet. Organisiert wurde das Projekt von Streetworker Jan Grau von der Mobilen Jugendarbeit der Stadt Aalen, der bereits seit vielen Jahren in Aalen mit legalen Graffiti-Workshops und den dabei an unterschiedlichen Standorten in der Stadt entstandenen Kunstwerken Aufmerksamkeit erregt hat. „Unser Ziel war es, gemeinsam mit den Jugendlichen ein der Situation angemessenes, hochwertiges Werk entstehen zu lassen“, erläutert Grau. Deswegen habe er sich im Vorfeld professionelle Unterstützung in der Person von Chris Keck geholt, der schon mehrfach Projekte der Stadt begleitet habe.

Graffiti-Kunstwerk kommt gut an

Inzwischen hat das Kunstwerk auch überregional für positive Resonanz gesorgt. Die Bundespolizei und die Deutsche Bahn wollen ähnliche Aktionen an anderer Stelle initiieren.

Quelle: Stadt Aalen


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