Erfurter Verkehrsbetriebe | Neue Straßenbahnen für Erfurt – Erster Tramlink nimmt Fahrt auf


Erfurt (pso/EVAG) – Erfurt ist eine wachsende Stadt und immer mehr Menschen fahren mit Stadtbahn und Bus. Auf einigen Strecken kommt die EVAG an ihre Belastungsgrenzen. Um die wachsende Zahl von Fahrgästen zu bewältigen, schaffen die Verkehrsbetriebe neue Straßenbahnen an.

Dies ist nicht nur eine Frage der Kapazität, sondern auch technisch notwendig, denn die durchschnittliche Lebensdauer einer Straßenbahn beträgt rund 30 Jahre. Die ersten Niederflurfahrzeuge sind mittlerweile über 25 Jahre alt und müssen ersetzt werden.

Durch Neubeschaffung von 14 Niederflurbahnen für die Landeshauptstadt Erfurt wird neben der Gewährleistung eines stabilen ÖPNV im Verkehrsverbund Mittelthüringen auch den europäischen Bestrebungen zur Reduzierung von CO2 und Feinstaub in den Städten Rechnung getragen. Das vom Freistaat Thüringen geförderte Vorhaben wurde durch Mittel der Europäischen Union im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert.

Nach vier Wochen intensiver Tests und Probefahrten im Liniennetz der EVAG ist es nun soweit: Die erste neue Straßenbahn des Schweizer Herstellers Stadler nimmt ihren Betrieb auf. Am 20. Mai 2021 drehte der Wagen 801 die erste Runde mit geladenen Fahrgästen durch die Stadt. Mit dabei S. E. der Botschafter der Schweiz, Herr D. Paul Seger, der zur feierlichen Inbetrieb­nahme des Tramlink nach Erfurt kam.

Ohne die Unterstützung durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen hätte die EVAG als Tochterunternehmen der SWE Stadtwerke Erfurt GmbH dieses große Vorhaben nicht stemmen können. Die Förderung beträgt knapp 47 Prozent.

„Mit den neuen Bahnen gewährleisten wir einen stabilen ÖPNV im Verkehrsverbund Mittelthüringen und leisten unseren persönlichen Beitrag zur Reduzierung von Kohlendioxid und Feinstaub. Um den Nahverkehr auch in Zukunft als moderne und attraktive Alternative zum Individualverkehr etablieren zu können, hoffen wir auch weiterhin auf die Unterstützung durch den Freistaat Thüringen und Förderprogramme der EU“, sagt Peter Zaiß, Geschäftsführer der SWE Stadtwerke Erfurt GmbH. So sind 10 weitere Bahnen von Stadler zur Erneuerung der Fahrzeugflotte der EVAG als Option vereinbart, deren Finanzierung ist aber noch nicht gesichert.

„Wir freuen uns sehr, dass wir mit Stadler und Kiepe Electric aus Düsseldorf so erfahrene und kompetente Partner für dieses große Projekt gewinnen konnten. Die Integration der längeren Fahrzeuge in unser bestehendes Schienennetz war eine Herausforderung. Umfangreiche Tests waren notwendig, die wir aber gern auf uns genommen haben, denn die Bahnen sind nicht nur aufgrund ihrer größeren Kapazität ein großer Gewinn für Erfurt“, betont Myriam Berg, Vorstand der EVAG.

Jure Mikolčić, CEO Stadler Deutschland: „Mit dem Tramlink wird der Fahrkomfort für Fahrgäste und Fahrer verbessert. Die neuen Straßenbahnen sind mit Klimaanlagen ausgestattet und schaffen mit einem offenen Raumgefühl, hochwertigen Materialien sowie einer vollständigen Durchgängigkeit eine freundliche Umgebung. Auch der Arbeitsalltag der Fahrer verbessert sich: Der ergonomisch gestaltete Fahrerarbeitsplatz ermöglicht eine gute Rundumsicht. Er ist außerdem mit einem modernen Touchbildschirm ausgestattet.“

Neu ist zudem die Türtechnik. Über grün oder rot blinkende LED-Leuchtleisten zeigt sie dem Fahrgast, ob ein gefahrloses Ein- oder Aussteigen möglich ist.

„Das nachhaltige Mobilitätskonzept der EVAG überzeugt und wir haben für die Fahrzeuge ein umfangreiches Paket an elektrischen Systemen geschnürt, die perfekt aufeinander und auf die Tramlink-Plattform abgestimmt sind“, sagt Alexander Ketterl, Geschäftsführer von Kiepe Electric. Die Leistungen beinhalten unter anderem Antriebssystem, Bordnetzversorgung, Fahrzeugsteuerung und Klimatechnik. Die EVAG hat den Anspruch eines sehr energieeffizienten Betriebs, hierzu tragen die hochmodernen Klimaanlagen für Fahrerstand und Fahrgastraum bei. So lässt sich der Fahrgastraum über einen Rückkühler mit der Abwärme der wassergekühlten Motoren heizen. Zudem arbeitet das Klimasystem mit einem bedarfsgerechten Umluftbetrieb. Dazu misst ein CO2-Sensor beständig die Luftqualität und das Klimasystem heizt oder kühlt genau das Frischluft-Volumen, wie es die Passagieranzahl erfordert. Zum energieeffizienten Konzept gehört außerdem, dass die rekuperierte Bremsenergie entweder vom Fahrzeug selbst genutzt oder zurück ins Oberleitungsnetz gespeist wird.

Die technische, wirtschaftliche und betriebliche Unterstützung des europaweiten Vergabeverfahrens für die neuen Bahnen übernahm der TÜV Rheinland. Dessen Experten begleiten auch die Fertigung der Fahrzeuge in Valencia sowie den Prozess zur Zulassung der Fahrzeuge für den Einsatz in Erfurt intensiv.


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