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Betriebsführung

Die Betriebsführung umfasst die Eisenbahnunternehmen, verwendete Betriebsverfahren, die Betriebssteuerung durch Betriebsleitstellen sowie alle betrieblichen Abläufe, Regeln und Rechtsgrundlagen die zur Durchführung des Eisenbahnbetriebs notwendig sind.


Eisenbahnunternehmen

Im europäischen Eisenbahnwesen werden Eisenbahnunternehmen in die folgenden zwei Bereiche unterschieden:

  • Eisenbahninfrastrukturunternehmen (EIU), die eine Infrastruktur betreiben und
  • Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU), die Verkehrsleistungen anbieten.

Unterscheidung von Eisenbahnstrecken [1]

Eisenbahnstrecken werden gemäß § 1 Abs. 2 EBO entsprechend ihrer Bedeutung unterschieden in:

  • Hauptbahnen und
  • Nebenbahnen.

Die Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO) sieht dabei je nach Einstufung der Strecken in Haupt- oder Nebenbahnen unterschiedliche Regeln vor, wie z.B. in

  • der Durchführung der Zugfahrten (Betriebbahnstreckesverfahren)
  • der zulässigen Streckenhöchstgeschwindigkeiten
  • der Belastung des Oberbaus, durch auf der Strecke verkehrende Fahrzeuge,
  • den Anforderungen zur Errichtung von Bahnübergängen (BÜ),
  • sowie der Einsatz signaltechnischer Sicherungen und die Verwendung von Zugsicherungs- und Zugbeeinflussungssystemen

Die Entscheidung darüber, welche Strecken Hauptbahnen und welche Nebenbahnen sind, treffen

  • für die Eisenbahnen des Bundes (EdB), das jeweilige Unternehmen (entsprechend die DB Netz AG),
  • für Eisenbahnen, die nicht zum Netz der Eisenbahnen des Bundes gehören (nichtbundeseigene Eisenbahnen, NE), die zuständige Landesbehörde.

Betriebsverfahren [2]

Die Art und Weise wie der Zugverkehr auf einer bestimmten Strecke durchgeführt wird, ist abhängig vom angewandten Betriebsverfahren, welches ein System aus betrieblichen Regeln und technischen Mitteln beschreibt, unter dem die Durchführung der Zugfahrten erfolgt.

Betriebsverfahren lassen sich grundsätzlich in zwei Hauptkategorien klassifizieren:

  • Betriebsverfahren mit signaltechnischer Sicherung oder
  • Betriebsverfahren ohne signaltechnische Sicherung.

Welches Betriebsverfahren auf einer Strecke zur Anwendung kommt, richtet sich nach der Bedeutung und Frequentierung (dem Belastungsprofil) und nach den verursachten Betriebskosten. Durch die Betrachtung der unten genannten Kriterien kann eine Strecke in solche mit schwacher, mäßiger oder starker Belastung eingeordnet werden.

Zu berücksichtigen sind dabei:

  • Infrastruktur (Aufbau und Umfang der Strecke, bspw. ein- oder mehrgleisig, mit oder ohne Elektrifizierung; verwendete Leit- und Sicherungstechnik)
  • Fahrzeuge (welche Schienenfahrzeuge die Strecke nutzen) und
  • Personalbelastung (wieviele Mitarbeiter benötigt werden, um den Betrieb zu gewährleisten)

Letzte Aktualisierung: 23.02.2016


Literaturquelle:

  1. § 1 Abs. 2 EBO
  2. L. Fendrich, W. Fengler (Hrsg) „Handbuch Eisenbahninfrastruktur“ aus dem Kapitel „Betriebsführung der Infrastruktur“, 2. Auflage, 2014, ab Seite 405
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